Johanniter kündigen Kooperationsvertrag mit Trotz Allem e.V.

Leider hielt die Kooperation zwischen dem Verein Trotz Allem, der eine
Beratungsstelle für Frauen mit sexualisierten Gewalterfahrungen unterhält
und dem Regionalverband Ostwestfalen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. nur 2 Jahre.


Im Juli 2008 wurden die neuen Räumlichkeiten der Johanniter in der Berliner
Straße eröffnet und dabei auch die Kooperation mit Trotz Allem e.V.
bekannt gegeben. Seitdem teilten sich die beiden Kooperationspartner
ein Büro, und "Trotz Allem" nutzte einen Raum
unentgeltlich für die Beratungen. Der Vertrag sieht ebenfalls vor,
dass die JUH im Falle des Falles die Aufwandsentschädigungen der
Beraterinnen trägt. In den letzten 2 Jahre haben es die engagierten
Frauen des Vereins geschafft, ohne diese finanzielle Unterstützung
auszukommen. Bedauerlicherweise wurde gerade jetzt, wo die Mittel des
Vereins aufgebraucht sind, der Vertrag zum Ende des Jahres gekündigt.
Auch wenn ausdrücklich vorgesehen ist, dass "Trotz Allem"
die Räume weiterhin mietfrei benutzen darf, so ist die Enttäuschung
und die Trauer groß. Katherina Scholz, 1. Vorsitzende des Vereins:
"Wir sind geschockt und traurig, weil wir wieder einmal nicht
wissen, wie es finanziell weitergehen soll. Es geht hier nicht um
Unsummen, sondern lediglich um ca. 4.000 -- 5.000 EUR im Jahr. Wenn
nicht noch ein Wunder passiert, dann müssen wir nach 15 Jahren
aufgeben. Ich mag gar nicht daran denken, was wir unseren Klientinnen
sagen sollen. Für die Frauen sind wir ein großer Halt in ihrem
Leben und es gibt keinen entsprechenden Ersatz für uns."

Trotz Allem ist seit 1995 eine feste Institution in der Beratungslandschaft der
Stadt und auch im Kreis Gütersloh. Der Verein hat schon häufig vor großen
finanziellen Schwierigkeiten gestanden, aber dieses Mal scheint es kaum noch
Hoffnung zu geben. Der Verein hat nicht nur eine Beratungsstelle für
Frauen mit sexualisierten Gewalterfahrungen, sondern wird häufig
auch von anderen Institutionen angesprochen, da die Mitarbeiterinnen
des Vereins als Expertinnen anerkannt sind.

Zuletzt haben die Frauen von sich reden gemacht, als sie bei einer öffentlichen Anhörung der
FPD im Bundestag "Lösungen und Wege im Kampf gegen die
Kinderpornographie" geladen waren und als die ARD Sendung Monitor
einen Beitrag über "Opferhilfe nach Kassenlage" in der Beratungsstelle gedreht hat.

Wer den Verein "Trotz Allem" mit einer Spende unterstützen möchte, bekommt
immer Freitags von 10.00 Uhr -- 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 05241 238 289
Auskunft zu allen Fragen.